Geschichte

Pollhagen hat 1.104 Einwohner (Stand 31.12.2015), eine Fläche von 12,87 km² und wurde erstmalig 1347 urkundlich erwähnt, im Laufe der dörflichen Entwicklung wurden Teile des Schaumburger Waldes für Siedlungsflächen gerodet.

Um das Jahr 1550 wurde die Johannis Kapelle errichtet. Dabei war die Geschichte der Kirchengemeinde Pollhagen bis zum Jahr 1896 eng verknüpft mit der Bartholomäus Kirche in Meerbeck, die Pollhäger waren in Meerbeck eingepfarrt. Mehrmals jährlich musste der Meerbecker Pastor in der Johannis Kapelle predigen.

Der Bauzustand der Johannis Kapelle, die Beschwernisse des langen Kirchweges nach Meerbeck und die Überfüllung der dortigen Kirche führten dazu, dass am 30. April 1896 durch Fürst Georg die Verordnung erlassen wurde, dass die bisherige Kapellengemeinde Pollhagen-Nordsehl eine selbständige Kirchengemeinde wurde.

Die Einweihung der Pollhäger Kirche wurde am 04. Oktober 1898 feierlich, unter Teilnahme des Fürstenhauses, begangen. Die Grundsteinlegung war am 18. Juni 1897 erfolgt.

Der Beginn schulischen Lebens in Pollhagen lässt sich nicht so leicht festlegen. Die meisten Eltern sahen keine Notwendigkeit darin, solchen Neuerungen, wie regelmäßige Schulbesuche, zu folgen. Im Jahr 1673 hat nachweislich ein Schulmeister bei uns gewirkt, so dass davon ausgegangen werden kann, dass seit dieser Zeit eine Art Schulunterricht stattgefunden hat. Eines der ersten Schulgebäude hat in der Nähe der Johannis Kapelle gestanden.

03 Neue Schule1905 wurde ein neues Schulgebäude im Ortszentrum, an der Hauptstraße, errichtet. Nach der Fertigstellung des Neubaus unterrichteten zwei Lehrer die Pollhäger Kinder. Bis zum 31.07.1979 wurde hier beschult. Seit dem 01.08.1979 existiert die Pollhäger Grundschule nicht mehr. Für die Orte Pollhagen, Lauenhagen-Hülshagen und Nordsehl ist der Grundschulstandort seitdem Lauenhagen.

Im nun leerstehenden Schulgebäude wurde der Schützenverein Pollhagen heimisch, in einem ehemaligen Klassenzimmer wurde ein Kinderspielkreis eingerichtet.

04 Gewerbe_am_Kanal_03 (1)Mit dem Bau des Mittellandkanals zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde die ursprüngliche Struktur Pollhagens, die bis dahin, der eines Hagendorfes entsprach, verändert. Die Linienführung des Mittellandkanals bedrohte manchmal auch Wohnhäuser, so dass beispielsweise ein altes strohgedecktes Wohnhaus abgerissen werden musste. Die Eigentümer bekamen eine Entschädigung und konnten an der Sachsenhäger Straße neu bauen. Durch Straßenverbreiterungen, Neuanlagen von Straßen, Brückenrampen und besonders durch die neue Wasserstraße selbst wurden manche Ländereien zerschnitten oder gingen der landwirtschaftlichen Nutzung verloren. Am Ende des zweiten Weltkrieges  wurden die Kanalbrücken gesprengt und Pollhagen war geteilt. Der nördliche Teil war von der Kirche und dem Friedhof abgeschnitten, der südliche Teil von der Schule und den am Schaumburger Wald gelegenen Ländereien.

Im Jahr 1928 wurde die Freiwillige Feuerwehr Pollhagen gegründet und 1930 wurde das erste Gerätehaus auf dem Schulhof erbaut.

Am 22.02.1969 wurde feierlich die neue Turnhalle Pollhagens eingeweiht, die fast ausschließlich in Eigenleistung der Pollhäger/innen erbaut wurde.

Im Zuge der Gebietsreform wurde am 1. März 1974 aus dem selbstständigen Ort eine Mitgliedsgemeinde der Samtgemeinde Niedernwöhren.

01KindergartenIn den Jahren 2000/2001 wurde der Kinderspielkreis renoviert und in einen Kindergarten umgewandelt. Im Zuge dieser Umbaumaßnahme erfolgte im Erdgeschoss die Einrichtung eines Bürgermeisterbüros und im Obergeschoss die Einrichtung eines Versammlungsraumes für die örtlichen Vereine.

Dieses im Ortsmittelpunkt gelegene Gebäude schließt an die Turnhalle und das Feuerwehrgerätehaus an, der angrenzende Schulhof ist ein oft gewählter Platz für die verschiedensten Veranstaltungen.